So schärfen Sie Ihre Wahrnehmung

Bestimmt erinnern Sie sich an Sherlock Holmes. Der Meisterdetektiv beeindruckte mehrere Generationen mit seiner Fähigkeit, selbst die kompliziertesten Fälle zu lösen. Dazu nutzte er Fakten und Logik. Aber der Schlüssel für seinen Erfolg war Holmesʾ starke Beobachtungsgabe.

 

Auch wenn in dem Begriff das Wort »Gabe« drinsteckt und wir ihm nur zu gerne eine Genialität unterstellen, handelt es sich generell bei der Beobachtungsgabe weniger um eine Gabe als vielmehr um den Willen, sich für sein Umfeld zu interessieren. Dies wiederum setzt die Bereitschaft voraus, sich selbst ein Stück zurückzunehmen und den anderen in den Fokus zu stellen.

Ebenso gehört dazu abzuwarten, wie jemand etwas gemeint haben könnte, und eigene Annahmen erst einmal zu überprüfen. Wer hingegen einfach aufgrund einer einzelnen Äußerung oder des ersten Eindrucks voreilig ein Urteil fällt, läuft Gefahr, seine eigenen Ansichten oder Erfahrungen zu projizieren und Fehlurteile zu fällen. Umgangssprachlich nennt man das: von sich auf andere schließen. Dann schreiben wir anderen Personen Eigenschaften, Schwächen oder Probleme zu, die wir selbst in uns tragen. Wer es zum Beispiel nicht so genau mit der Wahrheit nimmt, der ist schnell dabei, anderen zu unterstellen, sie würden lügen. Und wer in seinen Beziehungen schon mal fremdgegangen ist, sieht hinter jedem Verhalten seines Partners Anzeichen für dessen Untreue.

 

Schauen Sie lieber genau hin und hören Sie gut zu! Auf diese Weise bekommen Sie automatisch mehr mit. Was sagt jemand? Wie sagt er es? Werden die Aussagen zu einem späteren Zeitpunkt eingelöst? Hier geht es nicht um Kontrolle, sondern um die Schärfung der #Wahrnehmung. Werten Sie anschließend Ihre Informationen aus, ohne (moralisch) zu bewerten.

 

So können Sie Ihre Wahrnehmung trainieren:

 

Studieren Sie Menschen

 

Setzen Sie sich auf eine Parkbank oder an einen Tisch im Café und studieren Sie Ihre Mitmenschen. Auch wenn das Beobachten an sich noch keine Empathie ist, können Sie allein durch das aufmerksame Erkunden der Körpersprache sehr kompetent darin werden, Menschen zu »lesen«. Nehme Sie sich Zeit dafür. Fragen Sie sich beispielsweise: Welchen Beruf mag diese Person haben? Ist sie beruflich oder privat unterwegs? Was spricht dafür, was dagegen? Sie können auch schon üben, herauszufinden, was für eine #Persönlichkeit jemand hat oder in welcher Stimmung er gerade ist.

 

Achten Sie auf Details

 

Wenn Sherlock Holmes an einen Tatort kam, bemerkte er Kleinigkeiten, die sonst niemandem auffielen, und hielt seine Beobachtungen in einem Notizbuch fest. Machen Sie es ihm nach: Schreiben Sie auf, an was Sie sich alles erinnern, wenn Sie zum Beispiel aus einem Meeting kommen. Notieren Sie sich aus dem Gedächtnis, was Ihnen an den Teilnehmern und deren Verhalten aufgefallen ist. Wie hoch war der Anteil an Frauen? Welcher Kollege trug zum Anzug auch eine Krawatte? Wer meldete sich zu welchem Thema? Diese Übung sollten Sie aber nur dann durchführen, wenn Sie nicht als Hauptakteur fungieren, sondern passiver Teilnehmer einer Veranstaltung sind.

 

Bleiben Sie objektiv

 

Wenn Sie Ihrem Urteil vertrauen wollen, sollten subjektive Bewertungen vermieden werden. Unsere Einstellung zu bestimmten Themen hängt mit den Erfahrungen zusammen, die wir gemacht haben. Dazu gehören positive, die uns in bestimmten Bereichen ermutigen und bestärken, sowie negative, die dazu führen können, dass wir uns einige Dinge nicht zutrauen. Tun Sie einfach das, was Ihnen als #Kopfmensch sowieso schon liegt: Lassen Sie sich von Fakten leiten! Eigene Vorurteile und Projektionen verzerren das Bild. Ziehen Sie keine voreiligen Schlüsse, sondern hören Sie sich auch die Ansichten anderer an. Jeder sieht die Welt anders, und manchmal muss man seine eigenen Ansichten verändern, um objektiv zu bleiben.

 

Autorin: Elke Antwerpen


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